Dritter Tätigkeitsbericht

Einleitung

Dies ist der dritte Tätigkeitsbericht meines Auslandsdienstes. Das Projekt, bei dem ich arbeitete, hieß „Progress by Technology“. Ziel dieses Berichtes ist es einen Überblick zu geben, was ich in meinen letzten vier Monaten gemacht habe.

Arbeit in Mission Press

Da ich weiß, wie man Homepages erstellt, wurde ich beauftragt eine neue Homepage für die Mission Press zu erstellen. Zuerst arbeitete ich ein Konzept aus, das von meinen Vorgesetzen angenommen wurde. Es ging darum den Focus der Homepage mehr auf die Dienstleistungen von Mission Press zu legen und den Besucher nicht mit zu viel Text abzuschrecken. Die Homepage wurde mit einem CMS-System namens Joomla erstellt. Dies ermöglicht das einfache Bearbeiten von Texten und Bildern. Ich versuchte, alles was ich machte meinen Arbeitskollegen zu erklären, damit sie zumindest eine grundsätzliche Idee bekamen, wie man eine Website macht. Perry konnte ich auch weitere Details geben. Er hat jetzt schon seine zweite Homepage selber gemacht. Während ich die Homepage machte, hatte ich viel Kontakt mit jeder Abteilung in der Mission Press. Es war interessant mit diesen Leuten zusammen zu arbeiten. Manchmal brauchte es auch ein wenig Überzeugungsarbeit, dass wir eine erneuerte Homepage benötigen. Die Homepage ist nun schon länger fertig und kann unter www.missionpress.org begutachtet werden.

Nachdem die Homepage gut ankam, bekam ich auch den Auftrag für die nächste. Es handelte sich um die Twikantane, die Schule in der auch Zivis unterrichten. Diese Homepage ist aber noch nicht fertig.

Ein weiteres Projekt, an dem ich arbeitete, war die Ausstattung des Internetcafés mit WLAN. Das Internetcafé wird auch von Mission Press erhalten und das Problem dort war, dass es nur Computer gab, an denen man im Internet surfen konnte. Es war nicht möglich mit seinem eigenen Laptop oder einem Handy im Internet zu surfen, weil es kein WLAN gab, bei dem man auch richtig abrechnen konnte. Das System, das ich implementierte, hat aber noch seine Startschwierigkeiten. Ich arbeitete mit dem neuen Zivildiener Philipp an der Problemlösung, aber wir fanden den Fehler nicht. Ich weiß nicht genau, ob das System mittlerweile schon läuft.

Einer unsere Server auf dem die Daten von der Buchhaltung und der Zeitabrechnung sind, war schon veraltet und die Backup-Strategie funktionierte nicht mehr. Deshalb bauten wir einen neuen Server zusammen und installierten ein zeitgemäßes Betriebssystem. Außerdem werden die Daten nun ordentlich gesichert.

Zwischendurch bemühten wir uns um ein Angebot für einen Glasfaseranschluss. Glasfaser ist eine neue Technologie und soll die Kupferkabel ersetzen, die uns im Moment zum Internet verbinden. Auf die Idee mit Glasfaser kamen wir, als wir einen Internetausfall hatten, weil Diebe die Kabel klauten und das Kupfer verkauften. Wir holten Angebote bei einigen Anbietern ein, aber die monatlichen Kosten wären horrende hoch gewesen. Am liebsten wäre ich Glasfaserinternetanbieter geworden. Nur um eine Zahl zu nennen, die monatlichen Kosten wären über 1000,- Euro für eine langsame Leitung gewesen. Deshalb wird es sicher noch dauern bis Mission Press mit Glasfaser verbunden wird.

Den letzten Monat, den ich in Sambia verbrachte, wies ich den neuen Zivildiener Philipp Reiser in meine Arbeit ein. Er sollte die Verpflichtungen von mir, für das nächste Jahr übernehmen. Auch Martin Freimüller, den neue Zivildiener führte ich in seine Tätigkeiten ein.

In diesem Zuge fuhr ich auch mit den beiden nach Livingstone, um dem Audio- und Videostudio von Mission Press beim Aufbau der Bühne und dem Soundsystem zu helfen. Während der Veranstaltung wurden wir zum Fotografieren eingeteilt.

Freizeit

In Ndola steht das größte Fußballstadion von Sambia. Es wird Levy Mwanawasa Stadion genannt und hat Platz für 45.000 Zuschauer. Es ist ein Geschenk von China. Ich kann mir das nur so erklären, dass es ein ominöses Gegengeschäft für Rechte am Abbau von Ressourcen (hauptsächlich Kupfer) in Sambia gab. Die Sambier nehmen das “Geschenk” an und die Nationalmannschaft spielt dort im Stadion. Deshalb waren wir öfters auf den Fußballspielen um „unser“ Team zu unterstützen. Dort passierte mir auch der einzige Diebstahl in diesem Jahr. Nachdem wir die Tickets gekauft hatten, klaute mir jemand diese aus der Hosentasche. Sie waren nicht besonders viel wert, aber es war schon ein seltsames Gefühl beklaut zu werden. Nichts desto trotz gingen wir ins Stadion und Sambia hat den COSAFA Cup gewonnen.

Eines Abends gingen Philipp Warum und ich zu einer sambischen Familie, um eine österreichische Jause zu essen. Philipps Eltern hatten Speck und Käse aus Österreich mitgebracht. Dazu aßen wir noch Schwarzbrot, Eier und Zwiebeln. Den Sambiern schmeckte es gut, oder sie waren einfach nur gastfreundlich.

Während den letzten Monaten hatten Philipp und Gernot einige Probleme mit ihrem Visa bzw. der Immigration. Als sie kurz davor waren, das Land verlassen zu müssen, war das keine angenehme Zeit, auch für mich als Glücklicher der keine Probleme hatte. Gott sei Dank löste sich das Thema am Schluss doch noch gut auf. Es zeigte mir aber, was für Probleme Behördenwillkür machen kann.

Wie ich auch schon bei der Arbeit in der Mission Press schrieb, verbrachte ich den letzten Monat damit, die neuen Zivildiener Philipp und Martin in ihrem neuen Leben in Afrika zu begleiten. Das fing schon damit an, dass wir sie in der vier Stunden entfernten Hauptstadt Lusaka vom Flugzeug abholten. Danach versuchte ich ihnen alles, was ich so in diesem Jahr an Erfahrungen sammelte mitzugeben, damit sie darauf aufbauen können.

Der Abschied von meinen neuen Freunden in Afrika war nicht gerade einfach. Wir machten eine kleine Abschlussfeier, wo ich nochmals alle Leute die mich in diesem Jahr begleiteten einlud.

Schlusswort

Mittlerweile bin ich wieder zu Hause und blicke auf ein ereignissreiches Jahr in Sambia zurück. Es ist gar nicht so einfach, sich wieder alle schönen Momente in Afrika in Erinnerung zu rufen, ohne ein wenig Fernweh zu bekommen. Am Ende dieses Auslandszivildienstjahres möchte ich mich bei allen bedanken, die mir diese Jahr ermöglichten. Dies sind die Pfarre Frastanz, dem Projektleiter Stefan Krammer und dem BMI.

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Themen, die meine Leser interessieren?

Ich bin jetzt schon mehr als zehn Monate in Sambia und lange geht es nicht mehr, bis ich wieder daheim bin. Ende dieses Monats fliegen Gernot und Philipp, meine Mitzivis, in die Heimat und zwei Tage später kommen zwei neue Freiwillige nach Sambia.

Ich hätte noch viele Themen mit Bezug zu Sambia, über die ich schreiben könnte. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es auch für euch Leser interessant ist. Beispiele sind Politik, Wetter, Armut, Wirtschaft, Business, Musik, Frauen, Tourismus, Sprachen, Schulsystem, Essen, Krankheiten…

Wenn ihr Fragen habt, die euch interessieren würden, dann hinterlässt einen Kommentar auf dieser Seite oder schreibt mir in Skype, Facebook oder Email. Dann kann ich darüber einen kleinen Bericht schreiben.

Auf jeden Fall gibt es noch einen Artikel darüber was mit dem Geld von der Spendensammlung des Chors “Sonnasita” zu Weihnachten passiert ist.

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Zweiter Tätigkeitsbericht

Alle 4 Monate müssen wir für das Ministerium in Österreich einen Bericht über unsere Arbeit schreiben. Unten ist mein zweiter Bericht. Das bedeutet ich bin jetzt schon 8 Monate in Sambia.

Einleitung

Dies ist der zweite Tätigkeitsbericht meines Auslandsdienstes. Das Projekt, bei dem ich arbeite, heißt „Progress by Technology“. Ich lebe und arbeite im Moment in Sambia. Ziel dieses Berichtes ist es einen Überblick zu geben, was ich in den letzten vier Monaten gemacht habe und wie es mir dabei ergangen ist. Zuerst werde ich ein wenig über Sambia und MissionPress erzählen. Es folgt ein Bericht meiner Arbeit in MissionPress und ein paar Eindrücke aus der Freizeit.

Arbeit in MissionPress

Die Arbeit hat sich seit dem letzten Bericht nicht wesentlich verändert. Ich bin immer noch im IT-Office stationiert und leiste dort meine Arbeit im Dienste von Missionpress. Die Arbeit hat sich in der Hinsicht geändert, dass sie etwas mehr geworden ist. Die Mitarbeiter waren zu Beginn in bisschen skeptisch, ob man ihre Probleme auch lösen kann. Wenn man dann aber schon ein paar Probleme für sie gelöst hat, kommen sie sehr gerne wieder zu einem.

Ziemlich kurz nach dem ersten Bericht begann ich unseren Internet-Gateway neu einzurichten. Da er eine veraltete Version war, funktionierte er nicht mehr richtig. Die Aufgabe des Internet-Gateways ist, unser internes Netzwerk mit dem Internet zu verbinden und die Adressierung (mit IP Adressen) der Computer vorzunehmen. Die Verbindungen sind drei Anschlüsse des lokalen Telekomanbieter Zamtel und ein Satellitenanschluss. Den Satellitenanschluss haben wir momentan aber wegen einer neuen gesetzlichen Regelung abgeschaltet. In dem Gesetz geht es darum, dass ein Satelliten-Internetanbieter aus dem Ausland große finanzielle Forderungen stellen kann. Der Internet-Gateway wurde erfolgreich in die Serverlandschaft eingepflegt und verrichtet jetzt seinen Dienst. Er ist nicht mehr, wie so oft zuvor, die Ursache von diversen Problemen. In letzter Zeit waren Internetausfälle meistens auf unseren Internetanbieter Zamtel zurückzuführen. Die Befürchtung, dass Zamtel während der Regenzeit Probleme mit ihrem Internet hat, weil Leitungen durch den Regen beschädigt werden, ist nicht eingetroffen. Obwohl ich mir nach den ersten starken Regenfällen Anfang des Jahres, dies gut vorstellen hätte können. Eher im Gegenteil. Jetzt wo die Regenzeit vorbei ist, gibt es wieder vermehrt Ausfälle. Dadurch, dass wir drei Leitungen haben, können wir aber Ausfälle von einzelnen Leitungen mit den anderen kompensieren. Die Verwaltung welche Leitung wann für was verwendet wird, ist auch Aufgabe des Internet-Gateways.

In Sambia ist es nicht unüblich, dass hin und wieder der Strom ausfällt. Das kann manchmal wenige Stunden oder nur einige Sekunden sein. Auch wenn der Ausfall nur einige Sekunden ist, würden die Computer trotzdem abstürzen. Deshalb haben wir zur Überbrückung dieser Ausfälle UPS-Systeme. Diese wurden schon von vorherigen Freiwilligen installiert.  UPS (Uninterruptible power supply) ist eine Art Batterie, die zwischen der Steckdose und dem Computer angeschlossen wird und kurze Stromausfälle kompensieren kann. Diese bereits installierten UPS-Systeme wurden nun aus Südafrika von meinem Zivipartner Gernot bestellt und ersetzen einige alte Systeme. Diese funktionierten nicht mehr oder benötigten neue Batterien.
Im Zuge des Ersetzens der neuen UPS-Systeme im Serverraum, räumte ich diesen auch mal wieder auf und strukturierte die Verkabelung neu. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Kabel an- und abgeschlossen und es war einfach nur noch ein Wirr-Warr an Kabeln. Der Serverraum strahlt jetzt in neuem Glanz.

Eine sehr interessante Erfahrung vor einigen Wochen war, dass Gernot und ich mit unserem Audio-Studio und dem gesamten Musikequipment in die sambische Hauptstadt Lusaka mitfahren durften. Unsere Boxen sorgten für den guten Sound bei zwei Konzerten von Don Moen. Der Musiker singt vor allem Lieder mit religiösen Texten und ist in Afrika und Amerika sehr bekannt. Meine Aufgabe war es, beim Aufstellen der Boxen und der Verkabelung der Anlage mitzuhelfen. Das erste Konzert war in einem Stadion und das zweite in einer Kirche die Platz für 7000 Leute hat.

Zwischen einigen Arbeiten, die etwas mehr Zeit brauchen, fallen immer wieder kleiner Arbeiten an. Meistens ist dies der Support bei Computerproblemen.

Freizeit

Meine Freizeitgestaltung hat sich gegenüber dem ersten Bericht nicht wesentlich verändert. Wir waren während der Regenzeit etwas weniger in unserem Insaka (afrikanische Hütte) und mehr in den Räumen. Mittlerweile treffen wir uns wieder öfters im Insaka. Manchmal grillen wir auch hinter der Hütte. Auch an meinem Geburtstag grillten wir und ich habe ein paar Freunde zu uns eingeladen. Es war ein sehr schöner Abend.

Besonders gefreut hat mich der Besuch meiner Eltern Ende März. Wir besuchten gemeinsam die Victoria-Wasserfälle, welche von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurden.  Der Besuch
der Hauptstadt Lusaka, Livingstone und eine dreitägige Safari standen auch auf dem Programm. Danach besichtigten meine Eltern mein Projekt hier in der Missionpress und durften  die Gastfreundschaft der Franzikaner Mönche hier im Franziscan-Center genießen.

In letzter Zeit spielte ich ab und zu Squash. Diese Sportart ist eine gute Abwechslung zum Sitzen im Büro und macht sehr viel Spaß.

Schlusswort

Mein Aufenhalt hier in Sambia gefällt mir immer noch ganz gut. Diese Berichte sind immer wieder ein Zeichen, wie schnell die Zeit vergeht. Die Arbeit und die Freizeit hat sich nicht wesentlich verändert, aber es sind einige neue, interessante Aspekte dazu gekommen.

Arbeitskollege Perry und ich bei einem Fußballturnier das wir als Firmenmannschaft bestritten haben.

Arbeitskollege Perry und ich bei einem Fußballturnier das wir als Firmenmannschaft bestritten haben.

Ich und Kinder aus dem Waisenhaus. Manchmal gehe ich dort vorbei und die Kinder haben eine große Freude wenn man einfach nur mit ihnen spielt (oder ihnen eine Digitalkamera zeigt)

Ich und Kinder aus dem Waisenhaus. Manchmal gehe ich dort vorbei und die Kinder haben eine große Freude wenn man einfach nur mit ihnen spielt (oder ihnen eine Digitalkamera zeigt)

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Reise nach Sansibar über Neujahr

Ich war zu Weihnachten im Mutinondo Wilderness Park in Sambia und bin danach mit dem Zug 2800km nach Tansania gefahren. Dort waren wir dann über Neujahr in Sansibar. Ich denke die Bilder sprechen für sich…

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Fußball in Sambia

Ich sitze gerade zusammen mit den Priestern im Fernsehraum und schaue mir das Finale des Africa Cup of Nations an. Im Fernseher läuft noch Werbung: “In Africa we don’t play soccer, we live it”. Dies erklärt die Situation, wie ich sie in Sambia kenne, ziemlich gut. Heute ist also das Finale des AFCON, die Abkürzung von Africa Cup of Nations, zwischen Nigeria und Burkina Faso. Das Fußballturnier, ist in etwa vergleichbar mit der Europameisterschaft nur selbstverständlich mit allen afrikanischen Ländern. Burkina Faso kam als Außenseiter in das Turnier und ist schon sehr glücklich im Finale zu sein. Doch wenn man schon mal im Finale dieses Turniers steht, will man natürlich auch gewinnen.

Letzes Jahr war Sambia’s “Chipolopolo” gegen Elfenbeinküste im Finale des Cups und jeder in Sambia weiß wie das ausgegangen ist! Chipolopolo ist der Spitzname der Mannschaft. Es steht für “The Copper Bullets”. Sambia gewann letztes Jahr in einem Herzschlagfinale im Elfmeterschießen mit 8:7. Ziemlich am Anfang, als ich nach Sambia kam, habe ich das Elfmeterschießen in voller Länge am Computer anschauen dürfen. Jeder Sambier ist stolz über diesen Sieg. Aufgrund dieses Abschneidens, war die Erwartungshaltung dieses Jahr, sehr hoch. Leider ist es unserem Team nicht gelungen, über die Gruppenphase hinaus zu kommen. Wie man unschwer am “unserem Team” erkennen kann, bin ich natürlich ein Anhänger der Sambiersupporter.

Das Fanwesen geht soweit, dass Leute Spiele nicht anschauen, weil sie Angst haben eine Herzattacke zu bekommen. Schon in der Gruppenphase hatte ca. 30% der Sambier ein Trikot ihrer Mannschaft an und kamen damit zur Arbeit oder liefen in der Stadt damit rum. Als ich Eines erwerben wollte, gab es leider keines mehr in meiner Größe. Ich werde mir aber sicher noch Eines besorgen. In der Zwischenzeit habe ich mir einen Schal zugelegt. Es ist auch so, dass jede Musikgruppe die etwas von sich hält, einen Song über die Nationalmannschaft herausbringt.

Wenn ich mit Leuten hier in Sambia über Fußball rede, hat eigentlich jeder ein Team in Europa,von dem er oder sie Fan ist. Meistens in der englischen Premier League. Es ist immer ein gutes Thema, um ins Gespräch zu kommen. Ich halte mich da aus den Fronten und sage, dass mein favorisierter Club aus Spanien kommt (FC Barcelona).

In Ndola steht das das größte Stadion von Sambia. Es wird Levy Mwanawasa Stadium genannt und hat Platz für 45.000 Zuschauer. Es ist ein Geschenk von China. Ich kann mir das nur damit erklären, dass es ein ominöses Gegengeschäft für Rechte am Abbau von Ressourcen (hauptsächlich Kupfer) in Sambia ist. Na ja, die Sambier nehmen das “Geschenk” an und die Nationalmannschaft spielt dort im Stadion. Ich war auch schon im Stadion, wie man auf den Fotos sieht, aber noch nicht bei der Nationalmannschaft. Es war einfach noch kein Spiel der Nationalmannschaft, seit ich in Afrika bin. Ich denke aber, dass ich noch das eine oder andere Spiel anschauen kann.

Auf den Fotos war ich beim Finale des Barclays Cup. Vergleichbar mit dem Cup in Österreich oder Deutschland. MissionPress hat dort die Boxen für die Halbzeitshow gestellt. Dadurch kam ich direkt an den Spielfeldrand. Unvorstellbar in Europa. Da ich nicht erwartete, so nahe am Geschehen zu sein, hatte ich keine Digitalkamera dabei. Doch mit dem Handy habe ich ein paar verwackelte Fotos gemacht. Obwohl das Stadion nicht voll war, war die Stimmung enorm (nicht vergleichbar mit dem Alpenstadion zu Falazera).

Manche Fotos sind noch von einem Fußballturnier, bei dem ich mit meiner Firma mitspielte.

Das Spiel ist vorbei. Nigeria ist der Sieger des Africa Cup of Nations 2013! Und nächste Woche geht es weiter mit den Championsleague-Partien.

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Erster Tätigkeitsbericht

Man glaubt es kaum aber ich bin jetzt schon 4 Monate in Sambia. Alle 4 Monate müssen wir für das Ministerium in Österreich einen Bericht über unsere Arbeit schreiben. Unten ist mein erster Bericht. Der Blogeintrag über den Urlaub ist noch in Bearbeitung und kommt demnächst.

Hier der Zwischenbericht:

Einleitung
Dies ist der erste Tätigkeitsbericht meines Auslandsdienstes. Ich lebe und arbeite im Moment in Sambia. Das Projekt bei welchem ich arbeite, nennt sich „Progress by Technology“. Ziel dieses Berichts ist es, einen Überblick zu geben, was ich in den letzten vier Monaten hier gemacht habe und wie es mir dabei ergangen ist. Zuerst werde ich ein wenig über Sambia und MissionPress erzählen. Es folgt ein Bericht meiner Arbeit in MissionPress und ein paar Eindrücke aus der Freizeit.

MissionPress/Sambia
Im September bin ich nach einem anstrengenden Flug in Ndola gelandet. Dort wurde ich von den anderen Zivildienern abgeholt und ab ging es zum Franciscan Center. Das Franciscan Center ist ein Kloster, geführt von Mönchen der Franziskanergemeinschaft. Wenngleich das Kloster von Europäern gegründet wurde, ist es mittlerweile so, dass die meisten Priester Afrikaner sind. Es gibt aber immer noch einige europäische Priester bei uns im Center. Durch den Tod von Father Miha ist es hier in Sambia nicht leichter geworden. Father Miha war Mönch im Kloster in Ndola und Direktor von der MissionPress. Er war für die Auslandszivildiener zuständig und vor einem Jahr überraschend gestorben. Man kannte ihn im ganzen Land. Seine Bekanntheit verdankte der Slowene unzähligen Hilfsaktionen und seiner Arbeit für die Demokratie in Sambia. Viele Personen erzählen über Father Miha und es ist wirklich schade, dass ich ihn nie kennen lernen durfte.
Den Posten des Direktors von MissionPress hat jetzt Father Mathew Mumba übernommen. Nachdem ich im Franciscan Center ankam, war erstmals alles neu und spannend. Ich wurde sehr freundlich in die Gemeinschaft aufgenommen und hatte keine Probleme mich einzugewöhnen. Nach einigen Wochen wurden viele Aufgaben zu Gewohnheiten und man wird routinierter im Umgang mit den neuen Gegebenheiten.
In der MissionPress gibt es drei Abteilungen. Einmal wäre die Druckerei wo von B wie Büchern bis Z wie Zeitungen alles gedruckt wird, was mit den Maschinen möglich ist. Dann haben wir ein „Layout Department“. Das kann man sich in etwa so wie ein größeres Grafikbüro vorstellen. Und dann wäre da noch das Audio/Videostudio. Dies beinhaltet ein Tonstudio, wo beinahe jeden Tag Chöre ihre Musik aufnehmen. Das Audiostudio besitzt auch Equipment wie zum Beispiel Boxen, Mixer und Bühnen für Veranstaltungen. Mit dabei bei diesen Events, sind auch Leute des Videostudios, welche mit ihren Kameras mitfilmen und fotografieren. Weiters sind diese auch auf Hochzeiten und Geburtstagen um die Feste für unsere Kunden festzuhalten.
MissionPress ist ein wichtiger Arbeitgeber und auch in vielen sozialen Projekten involviert. Wie zum Beispiel die Scolarships, wo mehr als tausend Schülern die Schulausbildung bezahlt wird.

Arbeit in MissionPress
In der Missionpress bin ich nun im IT-Office tätig. Zusammen mit meinen sambischen Arbeitskollegen, Perry und Lushinga und dem Zivildiener Gernot gehen wir dort unseren Aufgaben nach.
Im Großen und Ganzen ist meine Arbeit eine Weiterführung dessen, was mein Vorgänger Simon Leber begonnen hat. Unser Dienst hat sich wie geplant circa einen Monat überschnitten und Simon hat mich in die Gegebenheiten des Netzwerks und die Server eingelernt. In dieser Phase kam mir mein Schulausbildung und das Informatikstudium sehr zugute. Manches ist zwar schon länger her, als ich es lernte, aber es kam dann alles recht schnell wieder hervor. Ich versuche das, was die Zivildiener aufgebaut haben, nicht komplett über den Haufen zu werfen, sondern das System an den nötigen Stellen zu erweitern und am Laufen zu halten.
Es folgen nun ein paar Projekte die im Laufe der letzten Monate erledigt wurden. Dazwischen kommen immer wieder Reparaturen von Computern, Handys und Druckern und Installationen von diversen Softwares.
Eines der ersten Aufgaben war, dafür zu sorgen das Missionpress eine stabile Internetverbindung hat. Dazu haben wir nun neben dem Satelliteninternet und einer DSL-Leitung, zusätzliche zwei DSL-Leitungen bestellt um die Ausfallsicherheit zu erhöhen. In Europa funktionieren die Leitungen nach der Installation einfach, aber hier in Sambia ist es nicht so. Wir mussten richtig viel Zeit investieren, bis endlich Techniker vom Internetanbieter kamen. Ich kann nicht an einer Hand abzählen, wie oft wir bei unserem Internetanbieter im Büro waren, um wieder nachzufragen wann endlich der Techniker kommt, oder was für Probleme sie sonst noch so haben. Am Schluss funktionierten die Anschlüsse dann endlich, weil wir die Idee hatten die physikalischen Leitungen zu wechseln. Mittlerweile läuft das Internet stabil, was allerdings alle ein bisschen verwundert. Selbst der Internetanbieter hat uns gesagt, dass es zu Problemen in der Regenzeit kommen wird, die schon im Mitte November begonnen hat. Wir brauchen mehrere Leitungen, weil der Anbieter keine schnelle einzelne Leitung anbietet.
Am Anfang als ich ins IT-Office kam und erzählte, dass ich vorher als Software-Entwickler gearbeitet habe, waren meine sambischen Arbeitskollegen sehr interessiert am Erlernen der Programmierfähigkeit. Ich habe die beiden erst einmal mit den nötigen Programmen ausgestattet und dann jeden Tag das eine oder andere übers Programmieren erklärt. Programmieren lernt man durch Üben und das war leider nicht so der Fall. Mit der Zeit wurde das Ganze neben der anderen Arbeit nicht mehr wie gewohnt weitergeführt.
Eines Tages wurden wir darauf aufmerksam, dass Leute die neben Missionpress in die Kirche gingen, danach ihr Notebook oder Handy heraus nahmen und unser WLAN (Internet über Funk) benutzten. Ich habe daraufhin das Netzwerk abgesichert, damit nur noch berechtigte Personen Zugriff haben. Leute die sonst ins Internet wollen, könne bei uns im Internetkaffee dieses sehr preiswert verwenden. Ich schaue auch auf diese Computer und Server. Alle Änderungen im Netzwerk des Unternehmens werden in einem Wikipedia-ähnlichen System dokumentiert.
Es ist meine Aufgabe, wenn etwas Netzwerktechnisches nicht funktioniert, diesem Problem nach zu gehen. Dabei versuche ich, dass ich immer einem meiner Mitarbeiter danach erkläre wo das Problem lag, damit diese auch Wissen aufbauen können.
Da das Netzwerk meine Aufgabe ist, wurden wir auch gerufen als es darum ging ein Kabel zu einem anderen Gebäude zu erneuern. Dieses wurde nach meiner Vermutung von einem Blitz getroffen oder ein Blitz hat in der Nähe eingeschlagen. Ich und mein Zivildienstkollege Gernot haben dieses Kabel neu eingezogen, aber es ging doch nicht. Wir haben dann in einer Nachtschicht herausgefunden, dass auch die Gerätschaft an den Enden des Kabels in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Weil wir uns mit Netzwerken auskennen, wurden wir auch in eine Schule in Kitwe gerufen, wo wir das Netzwerk des Computerraumes dieser Schule installiert und konfiguriert haben.

Freizeit
In der Freizeit sind wir viel im Insaka, das von den Zivildienern im letzten Jahr gebaut wurde. Über das Wochenende unternehmen wir verschiedene Ausflüge um das Land und die Leute in Sambia kennen zu lernen. Immer wieder treffen wir uns auch mit anderen Freiwilligen aus Europa um zu Grillen, Spielen oder Filme zu schauen. Einmal hat uns ein Priester in ein Dorf im Busch mitgenommen. In diesem Dorf haben die Leute kein fließendes Wasser und keinen Strom. Dort habe ich gesehen, was für einen großen Unterschied es zwischen der Stadt und dem Land hier in Sambia gibt. Manchmal besuchen wir auch das Waisenhaus in Ndola und spielen ein bisschen mit den Kindern. Es freut sie immer sehr, wenn jemand vorbei schaut.

Schlusswort
Alles in allem gefällt es mir hier in Sambia sehr gut. Es ist immer wieder interessant und ich bin sehr froh, dass ich mich dafür entschieden habe nach Afrika zu gehen. Da ich jetzt meinen ersten Bericht schreibe, wird mir bewusst, dass schon ein Drittel vorbei ist. Die Zeit vergeht definitiv zu schnell.

Pflanzen von Lemon Grass (Soll gegen Moskitos helfen)

Pflanzen von Lemon Grass (Soll gegen Moskitos helfen)

Arbeitskollege Lushinga und ein Freiwilliger aus Amerika, John beim Netzwerkeinrichten in einer Schule in Kitwe

Arbeitskollege Lushinga und ein Freiwilliger aus Amerika, John beim Netzwerkeinrichten in einer Schule in Kitwe

Arbeitsplatz von Zivi Gernot und mir

Arbeitsplatz von Zivi Gernot und mir

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Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr!

Hallo treue BLOGleser!
Ich entschuldige mich gleich zu Beginn, dass ich in letzter Zeit nicht sehr aktiv auf diesem Blog geschrieben habe. Ich nehme mir als Neujahrsvorsatz fest vor, euch mehr zu schreiben. An Themen mangelt es hier auf keinen Fall! Heute war in unserer Firma der letzte Tag und wir haben jetzt 2 Wochen Urlaub. Deshalb gehen wir morgen auf die Reise. Erstmal ein paar Tage in Mutinondo Wilderness in Sambia und dann mit dem Zug nach Tansania speziell Zansibar. Dort werden wir zwischen Palmen und Meer eine schöne Zeit verbringen.
Weil wir morgen schon gehen, wünschen ich auf diesem Wege schon allen Lieben daheim ein Frohes Fest und ein Gutes Neues Jahr.

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Lake Kashiba & Jeannes Farm

Letzten Samstag machten wir einen Ausflug zu Jeannes Farm, deren Enkel wir kennen. Auf dem Weg dorthin, besuchten wir noch das Grab von Father Miha und den Lake Kashiba. Father Miha war Mönch im Kloster in Ndola und Direktor von der missionpress. Er war für die Auslandszivildiener zuständig und vor einem Jahr überraschend gestorben. Man kannte ihn im ganzen Land. Seine Bekanntheit verdankte der Slowene unzähligen Hilfsaktionen und seiner Arbeit für die Demokratie in Sambia. Viele Personen erzählen über Father Miha und es ist wirklich schade, dass ich ihn nie kennen lernen durfte.
 
Der See “Lake Kashiba” ist ca. 2,5 Stunden von der Stadt in der wir leben entfernt und ungefähr so groß wie der Seewaldsee. Der Unterschied zum Seewaldsee ist allerdings, dass der Lake Kashiba doppelt so warm ist. Dieser See ist einer der schönsten Plätze, die ich bis jetzt in Sambia gesehen habe. Ich glaube die Bilder unten sprechen für sich.
Danach sind wir zu Jeanne und Potty gefahren, die im Busch eine Farm besitzen. Wir kennen ihren Enkel aus Australien, der zurzeit bei ihr auf der Farm zu Besuch ist. Dort haben wir dann gechillt, sehr gut gegessen und geschlafen.

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Python

Am Wochenende wurden wir von unserem Betreuer Fr. Rolando für einen Tag nach Nsobe eingeladen. Er ist mit den Franziskaner Novizen, für deren Betreuung er zuständig ist, nach Nsobe gefahren. Novizen sind Leute die in den Orden eintreten wollen, aber noch so eine Art “Probezeit” haben. Das Highlight des Tages war die Python um meinen Hals. Es war ein irre Gefühl. Meine Annahme, dass Schlangen glitschig und von keiner festen Konsistenz sind, haben sich nicht bestätigt.

 

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Cisangwa – Kein Strom und kein fließend Wasser

Samstag vor zwei Wochen war ich in einem “richtigen afrikanischen Dorf”. Es gibt dort kein fließendes Wasser und keinen Strom. Das Dorf besuchten wir mit einem Priester aus dem Kloster, der einen Mann dort gut kennt. Das Dorf Cisangwa, hat ca. 800 Einwohner.

Auf dem Weg dorthin, machten wir noch einen Abstecher in das Kloster “St. Josephs”. Unser Priester hat dort einige Jahre gelebt. Das Kloster ist bekannt für sein gutes Essen. Wir haben dann auch sehr gut gefrühstückt. Der Empfang in diesem Kloster war alles andere als gewöhnlich. Das Kloster unterhält nämlich eine Schule für Gehörlose. Als wir mit dem Auto in den Garten fuhren, wurden wir von dutzenden gehörlosen Kindern durch Winken empfangen. Sie wollten uns dann alle die Hand geben. Wir sind immer noch im Auto gesessen, also haben wir aus dem Fenster die Hand runter gereicht. Es war ein bisschen “Star-Feeling”. Die Schule wird von Franziskaner Schwestern geleitet. Eine dieser Schwestern ist mit uns mit in ihr Heimatdorf gefahren.

Nach dem Kloster fuhren wir einige Zeit (50km) mit dem Auto zu dem Dorf. Die Straßen waren natürlich nicht geteert und sehr holprig, aber das ist man hier in Sambia gewöhnt. Ohne HiLux wären wir wahrscheinlich nicht so gut voran gekommen. Um die Mittagszeit kamen wir im Dorf an und ich war schon überrascht wie wir dort empfangen wurden. Alle hatten eine große Freude und begrüßten uns herzlich. Nach der Begrüßung ging es ziemlich schnell in die Kirche, weil das der Grund war, warum wir eigentlich in das Dorf gefahren sind. Fotos von der Kirche und dem Dorf seht ihr unten. Die Messe wurde in Bemba gehalten. Das ist die Sprache die in dieser Gegend gesprochen wird. Wir verstanden kaum ein Wort. Dafür war der Gesang des Chors sehr eindrucksvoll. Zu den Liedern wurde auch getanzt, das war ganz lustig. Wir gaben uns größte Mühe mitzutanzen. Ich war richtig fasziniert von einem kleinen Jungen, vielleicht fünf Jahre, der besser tanzte als jeder Weiße den ich vorher gesehen habe. Die Leute können das richtig gut. Nachdem die Messe vorbei war, wurden wir alle noch überrascht von einer kleinen Feier für die Schwester die wir aus St. Josephs mitgenommen hatten. Sie hat die höchste Profession als Schwester erreicht und wurde mit Tänzen und Geschenken gefeiert (u.a. eine Ziege und Geld). Danach haben auch noch viele aus dem Dorf eine Rede gehalten. Diese Leute sind richtig gute Rhetoriker (Körpersprache, Augenkontakt, etc.). Zumindest soviel wir mitbekommen haben. Weil die Reden in der Bemba-Sprache waren, haben wir vom Gesagten eigentlich nichts verstanden.

Nach der Messe sind wir bei einer Familie zum Essen eingeladen worden. Es gab traditionelles sambisches Essen (Nshima, Chicken, Gemüse). Es wurde uns gesagt, dass die anderen neidisch auf unsere Gastgeber sind, weil diese Weiße in ihrem Haus zu Gast haben.
In diesem Dorf ist manchmal ein weißer Pfarrer, aber abgesehen davon haben die Leute noch keine Weißen gesehen. Es ist gut möglich, dass wir für ein kleines Kind die ersten weißen Menschen waren, die es gesehen hat. Dementsprechend haben sich die Kinder auch für uns interessiert.

Wir haben dann noch von ein paar Jungen eine Führung durch das Dorf bekommen. Der Unterschied zwischen dem Dorf und der Stadt ist sehr groß. Unter anderem haben Sie einen Fußballplatz aber keinen Fußball. Ich habe ihnen einen Ball versprochen. Dieser liegt nun schon in meinem Zimmer bereit und muss nur noch in das Dorf transportiert werden. Es ist ein tolles Gefühl, denen eine Freude zu machen!

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Über mich

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
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