Eine halbe Million

Letzte Woche war ich beim Bankomat und habe eine halbe Million abgehoben. Zu schade, dass es keine Euro sondern Kwacha waren. Kwacha ist die Währung in Sambia und der Umrechungskurs ist im Moment: 1 EUR = 6564 Zambian Kwacha. Die halbe Million Kwacha sind also ca. 80€. Nächstes Jahr gibt es neue Banknoten und eine Geldumstellung und die letzten drei 000 werden einfach weggelassen. Das heißt aus meinen 500 000 werden 500 Kwacha. Einfacher zum Umrechnen, aber eine halbe Million abheben macht mehr Spaß.

Ich arbeite jetzt schon mehr als eine Woche im IT-Office und es gefällt mir ganz gut. Wir betreuen ca. 50 Computer und einige Server. Aber die Leute kommen nicht nur wegen Problemen mit den Computer in der Firma sondern auch mit anderen Problemchen, wie wir sie alle zu gut von Computern und Handys kennen. Mein Job ist es nicht nur die IT in der Druckerei und dem Video/Tonstudio am Laufen zu halten, sondern auch ganz viel meinen sambischen Arbeitskollegen mein Wissen weiterzugeben. Unser IT-Office ist direkt neben dem Tonstudio und wir hören jeden Tag die Chöre und Musiker wie sie ihre Tonaufnahmen machen. Bis jetzt waren es hauptsächlich weibliche Chöre. Ich weiß noch nicht warum das so ist.

Vom Internetanbieter haben wir drei Internetanschlüsse gebucht, von denen nur einer richtig funktioniert. In Österreich würde man einfach nicht bezahlen, nur leider funktioniert das in Sambia nicht so. Viele Sachen, wie zum Beispiel Strom, Handy und auch Internet sind Pre-Paid. Das kann man sich vorstellen wie die Wertkartenhandys bei uns in Österreich. Erst nachdem man bezahlt hat bekommt man auch Internet oder Strom. Als Backup gibt es noch einen Satelliten. Und für meine Informatikerkollegen die drei Internetanschlüsse sind je 1 MBit wobei im Moment ja nur einer funktioniert und zusätzlich gibt es noch einen Satellitenanschluss der auch ca. 1 Mbit hergibt. Der Satellit ist sehr teuer aber eine “sichere” Verbindung.

Wir wohnen auf einem Areal, das den Franziskanern gehört. Diese haben eine Druckerei und ein Tonstudio namens MissionPress, bei der wir großteils arbeiten. Wir wohnen im “Gästezimmer” der Franziskaner und essen auch mit den Mönchen. Das Essen ist ein kleines Buffet. Das Buffet hat eher weniger Variationen, aber man kann sich selber das Essen so nehmen, so dass man eine Abwechslung hat. Manchmal kann man auch auswärts essen. Letzte Woche waren wir bei MichaelAngelo. Das ist, soviel ich weiß die einzige Pizzeria in der Stadt und auch dementsprechend teuer. Eigentlich bekommt man abgesehen von elektronischen Artikeln sehr viele westliche Produkte auch hier in der Stadt. Zu einem Preis der umgerechnet in etwa dem in Europa entspricht. Das liegt sicher daran das wir in einer Stadt wohnen. “Im Busch” ist es sicher nicht so. Zum Essen kann man noch sagen, dass wie bei uns in Europa früher, auch alles von einem Tier verwertet wird. Das Fleisch ist hauptsächlich Hühnchen aber auch von der Kuh. In letzter Zeit gibt es auch Salat. Heute standen Original Knorr Fertig-Salatdressings daneben. Wir haben auch schon einige Male selber gegrillt. Ist auch immer ganz lecker. Das Nationalgericht, das es in Sambia zu jedem Essen gibt ist Nshima. Alle in Sambia essen Nshima hauptsächlich weil es billig ist und satt macht. Nahrhaft ist es glaube ich nicht. Nshima wird aus Mais gemacht und schmeckt ein wenig wie Polenta. Ohne Soße schmeckt es eigentlich nach nichts. In Sambia wird traditionell mit den Händen gegessen. Manche Pater machen das auch, aber viele verwenden, wie ich auch, ein Besteck.

Nach der Arbeit sind wir oft im Insaka (siehe Fotos unten). Wir haben auch eine Slackline und einen süßen Katzennachwuchs. Es ist eigentlich nie langweilig. Am Mittwoch hatte Simon Geburtstag. In Sambia ist es Tradition, dass dem “Geburtstagskind” Wasser über den Kopf geschüttet wird. Ist ganz lustig, zumindest für die die nicht Geburtstag haben. Danach haben wir auch noch ein bisschen den Geburtstag gefeiert.

Am Sonntag war ich in der Messe um 6.15 Uhr. Hat ca. so lange gedauert wie bei uns und der Ablauf ist eigentlich auch gleich außer, dass alles in Englisch ist. Die Messe um 8.oo Uhr geht ca. 2h. Am Ende der Messe werden alle Gäste, die das erste Mal da sind, aufgefordert aufzustehen. Man steht dann auf und alle in der Kirche schauen einen an und erst wenn alle drei Mal geklatscht haben setzt man sich wieder nieder. Das ist so quasi der Willkommensgruß an alle Neulinge in der Messgemeinde.

Die Bibliothek habe ich auch schon besichtigt und wir warten jetzt auf die Bücher, was noch ein bisschen dauert. Im Moment sind die Bücher immer noch bei uns zu Hause und noch nicht unterwegs. Falls jemand noch welche hat. Noch würde es gehen. Ich werde demnächst ein paar Bilder von der Bibliothek hier rein stellen.

In nächster Zeit komme ich hoffentlich raus aus der Stadt und dann kann ich auch ein bisschen über das Leben außerhalb der Stadt schreiben. Ich plane auch mehr über die Menschen und die Armut zu schreiben aber ich bin noch nicht so lange hier um genauer zu schreiben wie und warum das so ist.

Posted in zambia

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