Cisangwa – Kein Strom und kein fließend Wasser

Samstag vor zwei Wochen war ich in einem “richtigen afrikanischen Dorf”. Es gibt dort kein fließendes Wasser und keinen Strom. Das Dorf besuchten wir mit einem Priester aus dem Kloster, der einen Mann dort gut kennt. Das Dorf Cisangwa, hat ca. 800 Einwohner.

Auf dem Weg dorthin, machten wir noch einen Abstecher in das Kloster “St. Josephs”. Unser Priester hat dort einige Jahre gelebt. Das Kloster ist bekannt für sein gutes Essen. Wir haben dann auch sehr gut gefrühstückt. Der Empfang in diesem Kloster war alles andere als gewöhnlich. Das Kloster unterhält nämlich eine Schule für Gehörlose. Als wir mit dem Auto in den Garten fuhren, wurden wir von dutzenden gehörlosen Kindern durch Winken empfangen. Sie wollten uns dann alle die Hand geben. Wir sind immer noch im Auto gesessen, also haben wir aus dem Fenster die Hand runter gereicht. Es war ein bisschen “Star-Feeling”. Die Schule wird von Franziskaner Schwestern geleitet. Eine dieser Schwestern ist mit uns mit in ihr Heimatdorf gefahren.

Nach dem Kloster fuhren wir einige Zeit (50km) mit dem Auto zu dem Dorf. Die Straßen waren natürlich nicht geteert und sehr holprig, aber das ist man hier in Sambia gewöhnt. Ohne HiLux wären wir wahrscheinlich nicht so gut voran gekommen. Um die Mittagszeit kamen wir im Dorf an und ich war schon überrascht wie wir dort empfangen wurden. Alle hatten eine große Freude und begrüßten uns herzlich. Nach der Begrüßung ging es ziemlich schnell in die Kirche, weil das der Grund war, warum wir eigentlich in das Dorf gefahren sind. Fotos von der Kirche und dem Dorf seht ihr unten. Die Messe wurde in Bemba gehalten. Das ist die Sprache die in dieser Gegend gesprochen wird. Wir verstanden kaum ein Wort. Dafür war der Gesang des Chors sehr eindrucksvoll. Zu den Liedern wurde auch getanzt, das war ganz lustig. Wir gaben uns größte Mühe mitzutanzen. Ich war richtig fasziniert von einem kleinen Jungen, vielleicht fünf Jahre, der besser tanzte als jeder Weiße den ich vorher gesehen habe. Die Leute können das richtig gut. Nachdem die Messe vorbei war, wurden wir alle noch überrascht von einer kleinen Feier für die Schwester die wir aus St. Josephs mitgenommen hatten. Sie hat die höchste Profession als Schwester erreicht und wurde mit Tänzen und Geschenken gefeiert (u.a. eine Ziege und Geld). Danach haben auch noch viele aus dem Dorf eine Rede gehalten. Diese Leute sind richtig gute Rhetoriker (Körpersprache, Augenkontakt, etc.). Zumindest soviel wir mitbekommen haben. Weil die Reden in der Bemba-Sprache waren, haben wir vom Gesagten eigentlich nichts verstanden.

Nach der Messe sind wir bei einer Familie zum Essen eingeladen worden. Es gab traditionelles sambisches Essen (Nshima, Chicken, Gemüse). Es wurde uns gesagt, dass die anderen neidisch auf unsere Gastgeber sind, weil diese Weiße in ihrem Haus zu Gast haben.
In diesem Dorf ist manchmal ein weißer Pfarrer, aber abgesehen davon haben die Leute noch keine Weißen gesehen. Es ist gut möglich, dass wir für ein kleines Kind die ersten weißen Menschen waren, die es gesehen hat. Dementsprechend haben sich die Kinder auch für uns interessiert.

Wir haben dann noch von ein paar Jungen eine Führung durch das Dorf bekommen. Der Unterschied zwischen dem Dorf und der Stadt ist sehr groß. Unter anderem haben Sie einen Fußballplatz aber keinen Fußball. Ich habe ihnen einen Ball versprochen. Dieser liegt nun schon in meinem Zimmer bereit und muss nur noch in das Dorf transportiert werden. Es ist ein tolles Gefühl, denen eine Freude zu machen!

Posted in zambia

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