Erster Tätigkeitsbericht

Man glaubt es kaum aber ich bin jetzt schon 4 Monate in Sambia. Alle 4 Monate müssen wir für das Ministerium in Österreich einen Bericht über unsere Arbeit schreiben. Unten ist mein erster Bericht. Der Blogeintrag über den Urlaub ist noch in Bearbeitung und kommt demnächst.

Hier der Zwischenbericht:

Einleitung
Dies ist der erste Tätigkeitsbericht meines Auslandsdienstes. Ich lebe und arbeite im Moment in Sambia. Das Projekt bei welchem ich arbeite, nennt sich „Progress by Technology“. Ziel dieses Berichts ist es, einen Überblick zu geben, was ich in den letzten vier Monaten hier gemacht habe und wie es mir dabei ergangen ist. Zuerst werde ich ein wenig über Sambia und MissionPress erzählen. Es folgt ein Bericht meiner Arbeit in MissionPress und ein paar Eindrücke aus der Freizeit.

MissionPress/Sambia
Im September bin ich nach einem anstrengenden Flug in Ndola gelandet. Dort wurde ich von den anderen Zivildienern abgeholt und ab ging es zum Franciscan Center. Das Franciscan Center ist ein Kloster, geführt von Mönchen der Franziskanergemeinschaft. Wenngleich das Kloster von Europäern gegründet wurde, ist es mittlerweile so, dass die meisten Priester Afrikaner sind. Es gibt aber immer noch einige europäische Priester bei uns im Center. Durch den Tod von Father Miha ist es hier in Sambia nicht leichter geworden. Father Miha war Mönch im Kloster in Ndola und Direktor von der MissionPress. Er war für die Auslandszivildiener zuständig und vor einem Jahr überraschend gestorben. Man kannte ihn im ganzen Land. Seine Bekanntheit verdankte der Slowene unzähligen Hilfsaktionen und seiner Arbeit für die Demokratie in Sambia. Viele Personen erzählen über Father Miha und es ist wirklich schade, dass ich ihn nie kennen lernen durfte.
Den Posten des Direktors von MissionPress hat jetzt Father Mathew Mumba übernommen. Nachdem ich im Franciscan Center ankam, war erstmals alles neu und spannend. Ich wurde sehr freundlich in die Gemeinschaft aufgenommen und hatte keine Probleme mich einzugewöhnen. Nach einigen Wochen wurden viele Aufgaben zu Gewohnheiten und man wird routinierter im Umgang mit den neuen Gegebenheiten.
In der MissionPress gibt es drei Abteilungen. Einmal wäre die Druckerei wo von B wie Büchern bis Z wie Zeitungen alles gedruckt wird, was mit den Maschinen möglich ist. Dann haben wir ein „Layout Department“. Das kann man sich in etwa so wie ein größeres Grafikbüro vorstellen. Und dann wäre da noch das Audio/Videostudio. Dies beinhaltet ein Tonstudio, wo beinahe jeden Tag Chöre ihre Musik aufnehmen. Das Audiostudio besitzt auch Equipment wie zum Beispiel Boxen, Mixer und Bühnen für Veranstaltungen. Mit dabei bei diesen Events, sind auch Leute des Videostudios, welche mit ihren Kameras mitfilmen und fotografieren. Weiters sind diese auch auf Hochzeiten und Geburtstagen um die Feste für unsere Kunden festzuhalten.
MissionPress ist ein wichtiger Arbeitgeber und auch in vielen sozialen Projekten involviert. Wie zum Beispiel die Scolarships, wo mehr als tausend Schülern die Schulausbildung bezahlt wird.

Arbeit in MissionPress
In der Missionpress bin ich nun im IT-Office tätig. Zusammen mit meinen sambischen Arbeitskollegen, Perry und Lushinga und dem Zivildiener Gernot gehen wir dort unseren Aufgaben nach.
Im Großen und Ganzen ist meine Arbeit eine Weiterführung dessen, was mein Vorgänger Simon Leber begonnen hat. Unser Dienst hat sich wie geplant circa einen Monat überschnitten und Simon hat mich in die Gegebenheiten des Netzwerks und die Server eingelernt. In dieser Phase kam mir mein Schulausbildung und das Informatikstudium sehr zugute. Manches ist zwar schon länger her, als ich es lernte, aber es kam dann alles recht schnell wieder hervor. Ich versuche das, was die Zivildiener aufgebaut haben, nicht komplett über den Haufen zu werfen, sondern das System an den nötigen Stellen zu erweitern und am Laufen zu halten.
Es folgen nun ein paar Projekte die im Laufe der letzten Monate erledigt wurden. Dazwischen kommen immer wieder Reparaturen von Computern, Handys und Druckern und Installationen von diversen Softwares.
Eines der ersten Aufgaben war, dafür zu sorgen das Missionpress eine stabile Internetverbindung hat. Dazu haben wir nun neben dem Satelliteninternet und einer DSL-Leitung, zusätzliche zwei DSL-Leitungen bestellt um die Ausfallsicherheit zu erhöhen. In Europa funktionieren die Leitungen nach der Installation einfach, aber hier in Sambia ist es nicht so. Wir mussten richtig viel Zeit investieren, bis endlich Techniker vom Internetanbieter kamen. Ich kann nicht an einer Hand abzählen, wie oft wir bei unserem Internetanbieter im Büro waren, um wieder nachzufragen wann endlich der Techniker kommt, oder was für Probleme sie sonst noch so haben. Am Schluss funktionierten die Anschlüsse dann endlich, weil wir die Idee hatten die physikalischen Leitungen zu wechseln. Mittlerweile läuft das Internet stabil, was allerdings alle ein bisschen verwundert. Selbst der Internetanbieter hat uns gesagt, dass es zu Problemen in der Regenzeit kommen wird, die schon im Mitte November begonnen hat. Wir brauchen mehrere Leitungen, weil der Anbieter keine schnelle einzelne Leitung anbietet.
Am Anfang als ich ins IT-Office kam und erzählte, dass ich vorher als Software-Entwickler gearbeitet habe, waren meine sambischen Arbeitskollegen sehr interessiert am Erlernen der Programmierfähigkeit. Ich habe die beiden erst einmal mit den nötigen Programmen ausgestattet und dann jeden Tag das eine oder andere übers Programmieren erklärt. Programmieren lernt man durch Üben und das war leider nicht so der Fall. Mit der Zeit wurde das Ganze neben der anderen Arbeit nicht mehr wie gewohnt weitergeführt.
Eines Tages wurden wir darauf aufmerksam, dass Leute die neben Missionpress in die Kirche gingen, danach ihr Notebook oder Handy heraus nahmen und unser WLAN (Internet über Funk) benutzten. Ich habe daraufhin das Netzwerk abgesichert, damit nur noch berechtigte Personen Zugriff haben. Leute die sonst ins Internet wollen, könne bei uns im Internetkaffee dieses sehr preiswert verwenden. Ich schaue auch auf diese Computer und Server. Alle Änderungen im Netzwerk des Unternehmens werden in einem Wikipedia-ähnlichen System dokumentiert.
Es ist meine Aufgabe, wenn etwas Netzwerktechnisches nicht funktioniert, diesem Problem nach zu gehen. Dabei versuche ich, dass ich immer einem meiner Mitarbeiter danach erkläre wo das Problem lag, damit diese auch Wissen aufbauen können.
Da das Netzwerk meine Aufgabe ist, wurden wir auch gerufen als es darum ging ein Kabel zu einem anderen Gebäude zu erneuern. Dieses wurde nach meiner Vermutung von einem Blitz getroffen oder ein Blitz hat in der Nähe eingeschlagen. Ich und mein Zivildienstkollege Gernot haben dieses Kabel neu eingezogen, aber es ging doch nicht. Wir haben dann in einer Nachtschicht herausgefunden, dass auch die Gerätschaft an den Enden des Kabels in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Weil wir uns mit Netzwerken auskennen, wurden wir auch in eine Schule in Kitwe gerufen, wo wir das Netzwerk des Computerraumes dieser Schule installiert und konfiguriert haben.

Freizeit
In der Freizeit sind wir viel im Insaka, das von den Zivildienern im letzten Jahr gebaut wurde. Über das Wochenende unternehmen wir verschiedene Ausflüge um das Land und die Leute in Sambia kennen zu lernen. Immer wieder treffen wir uns auch mit anderen Freiwilligen aus Europa um zu Grillen, Spielen oder Filme zu schauen. Einmal hat uns ein Priester in ein Dorf im Busch mitgenommen. In diesem Dorf haben die Leute kein fließendes Wasser und keinen Strom. Dort habe ich gesehen, was für einen großen Unterschied es zwischen der Stadt und dem Land hier in Sambia gibt. Manchmal besuchen wir auch das Waisenhaus in Ndola und spielen ein bisschen mit den Kindern. Es freut sie immer sehr, wenn jemand vorbei schaut.

Schlusswort
Alles in allem gefällt es mir hier in Sambia sehr gut. Es ist immer wieder interessant und ich bin sehr froh, dass ich mich dafür entschieden habe nach Afrika zu gehen. Da ich jetzt meinen ersten Bericht schreibe, wird mir bewusst, dass schon ein Drittel vorbei ist. Die Zeit vergeht definitiv zu schnell.

Pflanzen von Lemon Grass (Soll gegen Moskitos helfen)

Pflanzen von Lemon Grass (Soll gegen Moskitos helfen)

Arbeitskollege Lushinga und ein Freiwilliger aus Amerika, John beim Netzwerkeinrichten in einer Schule in Kitwe

Arbeitskollege Lushinga und ein Freiwilliger aus Amerika, John beim Netzwerkeinrichten in einer Schule in Kitwe

Arbeitsplatz von Zivi Gernot und mir

Arbeitsplatz von Zivi Gernot und mir

Posted in private, zambia
One comment on “Erster Tätigkeitsbericht
  1. Veronika says:

    Lieber Herr Bickel,
    durch Zufall stieß ich auf Ihre Seite – auf der Suche nach einer aktuellen Mailadresse von Father Umberto Davoli. Ich mache es kurz: wir sind eine kleine Gruppe von Leuten aus Leipzig und Ungebung, die seit 20 Jahren Medikamente nach Ndola schicken. 1994 sind wir selbst auch in Ndola gewesen, haben die Mission Press und auch Father Micha kennengelernt. Seitdem war Father Umberto unser Ansprechpartner. Im letzten Jahr haben wir außerdem Kontakt gehabt mit Dr. Guilia Amerio. Vor ca. einem Jahr haben wir die letzte große Medikamentensendung entsprechend der Bestellung von Dr. Amerio über medeor nach Sambia geschickt – aber wir haben bislang keine Antwort bekommen, ob diese Pakete je angekommen sind. Zudem würden wir jetzt gern eine neue Sendung in Auftrag geben. Das Problem ist aber, dass sämtliche uns zur Verfügung stehenden Mailadressen offenbar nicht mehr funktionieren. Folgende Adressen habe ich versucht: umberto@ofmconv.org.zm und udavoli@coppernet.zm sowie
    guilia.amerio@gmail.com.
    Doch leider alles ohne Erfolg. Deshalb meine große Frage und Bitte: können Sie herausfinden, wie Father Umberto und Dr. Amerio jetzt zu erreichen sind? Das wäre extrem hilfreich!
    Über eine Antwort würde ich mich riesig freuen!
    Beste Grüße nach Ndola –
    Veronika Albrecht-Birkner

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